jongens zittend op een gele tribune trap met op de achtergrond een tekst ''don't trash the future'' in het Lyceum Schravenlant

Nachhaltige Bewusstwerdung

Lyceum Schravenlant

Die Gemeinde Schiedam, eine Nachbarstadt von Rotterdam, hat die Prinzipien einer zirkulären Wirtschaft, insbesondere die der Philosophie von cradle-to-cradle (C2C) mit schadstofffreien Kreisläufen zum Ausgangspunkt ihrer Neubauten gemacht. Das Gymnasium Schravenlant ist ein gebautes Zeugnis dieses Strebens. Die ehrgeizigen Zielsetzungen von Schule, Gemeinde und LIAG in Bezug auf Nachhaltigkeit wurden auf vielfältige Weise in den Entwurf integriert. Diese Bemühungen wurden mit dem „Gouden Kikker 2012“, einem niederländischen Preis für nachhaltige Architektur belohnt.

Fotografie: Moni van Bruggen, Sebastiaan Knot, Ben Aarts

Funktion:
Gymnasium mit Sportanlage

In Auftrag von:
Stichting Openbare Scholengroep Vlaardingen Schiedam

Standort:
Schiedam, Niederlande

PÄDAGOGISCH WERTVOLL

Lyceum Schravenlant darf als Vorbildprojekt für die Anwendung nachhaltiger Prinzipien und für städtische Gebietserneuerung gelten, bei dem verschiedenste Aspekte berücksichtigt und eine breite Palette an Maßnahmen umgesetzt wurden. Der CO2 neutrale Neubau dient als Schulgebäude und wird zudem für kulturelle Aktivitäten genutzt. Informationsdisplays geben Auskunft darüber, welche Einsparungen die Maßnahmen ermöglichen, so werden heranwachsende Generationen niedrigschwellig und identitätsstiftende an die Thematik herangeführt.

ZUKUNFTSBESTÄNDIG

Die Grundkonzeption bietet Spielräume für zukünftige Nutzungen, so können verschiedene Abschnitte des Gebäudes ohne allzu großen Aufwand einer anderen Nutzung zugeführt werden, sollten die Schülerzahlen zurückgehen. Gleichzeitig ist die Konstruktion auf eine mögliche Erweiterung ausgelegt. Zusätzlich wurde untersucht, welche andere Nutzungen denkbar sind, damit das Gebäude zukünftig maximal flexibel einsetzbar ist.

KOMPAKT UND GRÜN

Eine begrünte Innenwand reguliert die Luftfeuchtigkeit und produziert Sauerstoff; sie ist ein Sinnbild für all die Maßnahmen, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Die Pflanzen wurden so gewählt, dass nahezu keine Unterhaltsmaßnahmen notwendig sind. Begrünte Dächer sorgen für eine Feinstoffreduktion. Das Gebäude hat eine kompakte Gebäudekubatur, dadurch werden Energieverluste über die Außenhaut minimiert, durch die minimalisierte Gebäudegrundfläche wurde es zudem möglich, große Teile des vorher versiegelten Grundstücks zu entsiegeln und zu begrünen. Hierdurch schließt das Grundstück an den benachbarten Beatrixpark an, so wird diese, für die Stadt wichtige grüne Lunge, näher ans Stadtzentrum herangeführt.

Hidde van der Kluit, Jurymitglied „Gouden Kikker“, des Preises für nachhaltige Architektur
Die Jury ist davon überzeugt, dass die Schüler ein erhebliches Maß an Wissen und Sensibilisierung für das Thema Nachhaltigkeit mitbekommen. Bessere Verfechter des Anliegens in dieser Altersgruppe wird man wohl kaum finden können.

NACHHALTIGES PROGRAMM

Weitere Maßnahmen zur Erreichung der nachhaltigen Zielsetzungen richten sich sowohl auf die Einsparung bzw. Produktion von Energie als auch auf ein gesundes Innenklima sowie auf den Einsatz von nachhaltigen Materialen. Im Einzelnen ist Folgendes zu benennen: Sämtliches Regenwasser wird in den Grauwasserkreislauf eingespeist, wobei überschüssiges Wasser auf dem Grundstück versickert wird. Dies bedeutet für die Schule eine Trinkwasserersparnis von circa 87 %. Alle Fassaden und Dächer sind hochwärmegedämmt, die Fenster mit Dreifachverglasung ausgestattet. Die Fassaden sind je nach Orientierung so ausgelegt, dass Wintersonne ins Gebäude gelangen kann, während im Sommer eine übermäßige Aufwärmung durch Sonnenschutzmaßnahmen verhindert wird. Alle Räume sind so geplant, dass sie Tageslicht von zwei Seiten erhalten, Tageslichtreflektoren sorgen zudem für zusätzliches Tageslicht. Die künstliche Beleuchtung ist tageslichtabhängig gesteuert und wird über Sensoren geregelt. Die Lüftung im gesamten Gebäude ist ebenfalls sensorgesteuert, reagiert auf CO2 und funktioniert abhängig von der Belegung der Räume. Eine an die Photovoltaikanlage angeschlossene Wärmepumpe sorgt für Heizung und Kühlung, wobei die Gebäudemassen zur Temperaturregulierung genutzt werden (Thermische Bauteilaktivierung). Das Warmwasser für die Duschen wird mittels Sonnenkollektoren erzeugt. Die Statik wurde so ausgelegt, dass in der Zukunft vier kleine Windturbinen zusätzlichen Strom erzeugen können. Außerdem wurden alle Materialien auf ihre Wiederverwertbarkeit getestet, auch die Produktionsmethoden wurden berücksichtigt, um den Einsatz von Schadstoffen ausschließen zu können.

NUTZERBETEILIGUNG

Während der gesamten Planung wurden die Schülerinnen und Schüler mit Wettbewerben und Workshops am Entwurfsprozess der Schule beteiligt. So wurde beispielsweise der Empfangstresen von einem Schüler in Kooperation mit LIAG entwickelt, die Innenausstattung wurde unter Mitwirkung der Jugendlichen realisiert, zudem wurde ein Unterrichtsprogramm zum Thema Nachhaltigkeit gemeinsam mit der Schule entwickelt.

Aufgrund seiner innovativen Lösungen auf all den genannten Gebieten wurde das Gebäude auf der Architekturbiennale von Venedig 2016 im zentralen Pavillon vorgestellt.

Aus dem Jurybericht Gouden Kikker 2012
Die Jury ist davon überzeugt, dass die Schüler ein erhebliches Maß an Wissen und Sensibilisierung für das Thema Nachhaltigkeit mitbekommen. Bessere Verfechter des Anliegens in dieser Altersgruppe wird man wohl kaum finden können.

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