Ein integrales Lernumfeld

Kombiniertes Kinderzentrum Hillegom

Für die Grundschule Meer en Dorp und die Kindertagesstätte Wonderland wird ein neues Gebäude in Form eines kombinierten Kinderzentrums realisiert. Der Neubau erfüllt den Nullenergiehaus-Standard und ersetzt die bisherigen veralteten Gebäude. Der Ausgangspunkt für den Gebäudeentwurf war der ausdrückliche Wunsch der Auftraggeberin, dass die Architektur die Talententwicklung der Kinder räumlich unterstützen und fördern soll. Jedes einzelne Kind soll sich im Kinderzentrum ausleben können. Gleichzeitig soll das Gebäude eine gesunde Umgebung bieten und für zukünftige Entwicklungen gerüstet sein.

Funktion:
Grundschule, Kindertagesstätte, verschiedene Klassenräume, Unterrichtsflächen, Gruppenräume, sowie Personalräume wie Küche, Arbeits-, Sitzungs- und Teamräume

In Auftrag von:
Stiftung Sophia Scholen

Standort:
Hillegom

In dem Kinderzentrum wird ein integral konzipiertes Lernumfeld umgesetzt, bei dem die Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt steht. Jede Altersgruppe bekommt ihren eigenen Bereich, ein sogenanntes Lerncluster. Mit dem Entwurf werden zusätzliche Flächen für Übergangsbereiche geschaffen, in denen andere Lernformen ermöglicht werden und die den Kindern angenehme Räume zum gemeinsamen Spielen und Lernen bieten. Das Grundkonzept geht davon aus, dass ein Hand in Hand gehen von Unterricht und Betreuung die Kinder in ihrer stätigen Entwicklung fördert. So wird ein Optimum an Möglichkeiten geschaffen, um bei den Kindern die ganze Bandbreite an Talenten zu aktivieren. So können sich beispielsweise jüngere Kinder schon mal bei den höheren Altersgruppen umsehen.

Behütet entdecken

Die Kindertagesstätte und die Vorschulklassen sind im Erdgeschoß untergebracht. So sind für die Eltern, die ihre Kinder noch bis zur Klassentür begleiten, kurze Wege gewährleistet. Die Kinder der höheren Klassen können schon allein nach oben gehen, daher sind diese Altersgruppen im ersten Obergeschoß situiert. Die Kinder haben jederzeit die nächste Entwicklungsstufe, die sie im Zentrum durchlaufen werden, im Blickfeld; von der Kindertagesstätte sehen sie die Vorschulklasse, von dort aus wiederum die Grundschulklassen und schließlich die anschließenden Klassen bis zum Alter von 12 Jahren.

Die durchdachte Einteilung der Grundrisse ermöglichte die Reduzierung der inneren Verkehrsflächen, so dass die Übergangsbereiche zwischen den Klassenzimmern, die sogenannten Plätze des Lernens, über die ursprüngliche Vorgabe hinaus, vergrößert werden konnten. Damit wird das Raumangebot für den gruppen- bzw. klassenübergreifenden Unterricht erweitert. Diese nun großzügiger ausgefallenen Übergangsbereiche, die für verschiedene Zwecke genutzt werden können, erleichtern es, sich von den klassischen Unterrichtskonzepten zu lösen. Die Raumeinteilung ist flexibel und kann an die sich ändernden Anforderungen des Unterrichtssystems angepasst werden. Die kompakte Gebäudekubatur trägt darüber hinaus zu einer günstigeren CO2-Bilanz, dem sogenannten CO2-Fußabdruck, bei.

Die Schule und die Kindertagesstätte als Hauptnutzerinnen des Gebäudes interagieren zwar intensiv miteinander, sollen jedoch auch unabhängig voneinander funktionieren. Im Entwurf wurden dem Rechnung getragen, indem das Kinderzentrum mit mehreren Eingangsbereichen ausgestattet wurde.

Blickbeziehungen in Hülle und Fülle

Das Herz des Kinderzentrums ist die Aula im Erdgeschoß, über einem Luftraum ist sie mit allen Lernclustern verbunden. Der gemeinsame Spielraum und die Aula sind zwischen der Kinderbetreuung und dem Vorschulbereich positioniert und können bei Bedarf, zum Beispiel für Feiern oder Aufführungen, zu einem großen Raum zusammengeschaltet werden. Alle „Plätze des Lernens“ schließen entweder direkt an die Aula oder den darüber liegenden zentralen Luftraum an. So entsteht ein großer multifunktionaler Raum über zwei Geschosse, der sich durch Licht und Offenheit auszeichnet und darüber hinaus durch die Sichtbeziehungen für Überblick sorgt. Die verschiedenen Lernplätze bieten ein breites Spektrum an: von klein bis groß, von ruhig bis dynamisch, abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Schulkinder.

Darüber hinaus bietet der zentrale Bereich eine weitläufige Aussicht auf den anschließenden Park. Die eingeschnittenen, großzügigen Oberlichter bringen Tageslicht bis tief ins Gebäudeinnere.

Die Beziehung zum grünen Außenraum

Die Natur übt einen positiven Effekt auf die Entwicklung von Kindern aus. Der Aufenthalt in der Natur ist gesund, fördert die Kreativität und regt die Kinder zur Bewegung an. Bei der Konzeptionierung des Entwurfs legte LIAG daher größten Wert auf die Umsetzung einer starken Verbindung zum angrenzenden Park. Das Gebäude öffnet sich buchstäblich zum Park hin und alle Cluster verfügen über eine individuelle Beziehung zur Natur. So hat die Kindertagesstätte einen eigenen, umgrenzten Außenraum in der Nähe des eigenen Eingangsbereichs. Der Außenraum für die Vorschule ist an der Längsseite des Gebäudes situiert und wird mittels naturnaher Spielgeräte und Sitzmöglichkeiten sowie zum Spiel anregender Bepflanzung auf subtile Weise zum öffentlichen Raum abgegrenzt. Der Außenbereich der Grundschulkinder wurde an die Parkseite des Grundstücks gelegt. Eine multifunktionale Außentreppe verbindet die großzügige Terrasse im Obergeschoß mit der Außenspielfläche und schließt fast nahtlos an den Park an. So ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht in und über die Natur. Das Grün fungiert als zusätzliches Klassenzimmer!

Die Gestaltung der Fassade unterstützt dieses Konzept. Eingebettet in einen Bepflanzungsstreifen und ausgestattet mit einem Fassadenelement, einer vertikalen Holzstruktur, die zur Begrünung genutzt werden kann, ermöglicht sie den Kindern, gärtnerisch tätig zu werden. Die grüne Umgebung als Unterrichtsmaterial! LIAG geht sogar noch einen Schritt weiter und schlägt vor, möglichst naturnahe Spielgeräte einzusetzen: Baumstämme, Steine und Grashügel. Es sollen möglichst wenige Bereiche versiegelt werden, LIAG hat das Anliegen, wo immer möglich recycelte Materialien zu verwenden.

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